Ausgangslage

Welche Wirkung erzielen wir?

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 2015 lebten hier ca. 50 Millionen Menschen, davon

  • 45,2 % unter 15 Jahren,
  • 51,7% zwischen 15-64 Jahren und nur
  • 1% älter als 65 Jahre

Schätzungen zufolge lebt die Hälfte der Bevölkerung von weniger als 1,88 € pro Tag. Aufgrund der Armut sind 42% der Kinder unter- oder mangelernährt. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Familien verdienen in der Regel zu wenig Geld, um allen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen.

Daher haben nur wenige, meist Jungen, dieses Privileg. Die anderen bleiben zu Hause und somit ihr Leben lang ungebildet. Dies sind die Gründe für Kinderarbeit, frühe Eheschließungen und schnelles Wachstum der sozial schwachen Bevölkerungsrate.

Aktuellen Studien zufolge soll sich bis 2050 die Anzahl der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent von 1 Milliarde auf 2 Milliarden verdoppeln!

Dörfer

Viele Dörfer liegen abseits jeglicher Zivilisation. Die Menschen leben dort nur von dem Nötigsten, oft ohne Elektrizität und Wasser. Frauen haben keinen Besitz, verrichten die körperlich schweren Arbeiten und als Mädchen bekommen sie oft mit 14 Jahren selbst Kinder.

Viele Dorfbewohner kennen den Fortschritt gar nicht und leben nach alten, bekannten Traditionen. So wird auch heute noch die Beschneidung der Frauen praktiziert, obwohl es gesetzlich verboten ist.

Schulbildung ist hier sehr selten. Entweder sind die Schulen zu weit entfernt, der Weg dorthin nicht begehbar oder das Geld für Schuluniform und Schulmaterialien kann von den Familien nicht aufgebracht werden. Die Kinder bleiben daher zu Hause und hüten die Viehherden.

Mädchen und Frauen

Doch auch in den Städten bekommen Mädchen oft  keine Schulbildung. Sie bleiben ihr Leben lang ungebildet. Es ist üblich, dass sie als Teenager schwanger werden und Kinder von verschiedenen Männer bekommen. Oft laufen die Väter einfach weg und lassen sie allein. Bleiben sie zusammen, sind die Frauen von ihren Männern abhängig. Sie haben meist keinen Besitz und wenig Rechte. Der Mann kann entscheiden, seiner Frau "zu kündigen". Sie muss dann die Familie verlassen. Die Entscheidung über die Kinder obliegt ihm. Staatliche Hilfen in Form von Jugendämtern gibt es nicht.

Straßenkinder

Viele Kinder fliehen aus ihren Familien, gehen in die Städte und leben auf den Straßen. Man schätzt, dass es in Tansania zwischen 500.000 bis 800.000 Straßenkinder gibt. Sie haben ihre Familien im Alter von  8 und 17 Jahren aus Gründen wie Armut und/oder verbalem, physischem oder sexuellem Missbrauch verlassen. Unterstützung vom Staat gibt es nicht!

Bildung 

Es gibt viel zu wenig Kindergärten und Schulen. Mangel an Fachkräften und unzureichende Qualifikation der Lehrkräfte stellt ein Problem dar. In den Regierungsschulen sind 60 - 80 Schüler pro Klasse mit 1 Lehrer. Ein Lehrer verdient im Monat zwischen 80 - 120 €. Sowohl bei privaten als auch bei Regierungsschulen arbeiten sie oft bis zu drei Jahren ohne einen Cent für ihre Arbeit zu erhalten.

Es gibt nur ein Schulbuch - für den Lehrer. Die Schüler schreiben von der Tafel ab und lernen nur nach diesen Aufzeichnungen. An manchen Tagen kommt überhaupt kein Lehrer in die Klasse, weil es zu wenige Stellen gibt. Manche Lehrer trinken morgens bereits Alkohol. Die Prügelstrafe ist immer noch üblich. Sie wird bei schlechtem Benehmen angewandt; es kommt aber auch vor, dass ein Schüler bestraft wird, nur weil er eine Frage stellt.

Außerdem verbringen viele Schüler den ganzen Tag hungrig und müde. Das Mitbringen von Essen ist nicht gestattet. In der Schule kann ein Kind Mittagessen kaufen. Da es für die meisten Familien finanziell aber nicht möglich ist, müssen diese Kinder bis abends durchhalten. Kein Wunder, dass nach einem Schulweg von 1-2 Stunden und einem langen Schultag unter diesen Bedingungen das Leistungsniveau sehr niedrig ist. Auch hier sind sozial schwache Kinder wieder benachteiligt.

Um zu einer Verbesserung dieser schwierigen Umstände beizutragen, haben wir ein Konzept entwickelt.

Nur durch Schaffung von Bildungsmöglichkeiten für alle sowie die mentale und praktische Unterstützung, Aufklärung und Begleitung werden dauerhafte Verbesserungen in den nächsten Generationen möglich sein. Wir möchten den Menschen zeigen, wie sie "auf eigenen Beinen stehen" können und zukünftig ohne Hilfe von Anderen ihre Lebensumstände verbessern.

Dieser Gedanke der Eigenständigkeit und somit Unabhängigkeit von Anderen ist Bestandteil von allen Q-RATIO®Bildungsangeboten.

Tansanische Flagge